window.dataLayer = window.dataLayer || []; Warum ist Lawinenausrüstung wichtig? | Condition Steigenberger
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Ohne Lawinen-Sicherheitsausrüstung kaum Überlebenschancen

Die Überlebenschancen bei einer Lawinenverschüttung sind sehr gering, wenn die Bergung länger als 15 bis 20 Minuten dauert. Nur noch bei etwa 30 Prozent. Bei einer Bergung in den ersten 10 bis 15 Minuten liegen die Überlebenschancen noch bei etwa 90 Prozent¹. Aber ohne entsprechende Lawinenausrüstung ist es für Nicht-Verschüttete nahezu unmöglich einen verschütteten Kameraden zu finden oder als Lawinenopfer gefunden zu werden.

Diese Fakten sollten ausreichen, um die Notwendigkeit einer Lawinenausrüstung im offenen alpinen Gelände aufzuzeigen.

Welche Lawinenausrüstung brauche ich?

Eine Skitour, Schneeschuhtour oder das Freeriden im offenen, ungesicherten Gelände sollte vor allem eines sein: Maximal sicher! Da sich die Natur aber nicht zu 100% berechnen und voraussagen lässt, braucht es eine entsprechende Sicherheitsausrüstung für den Notfall einer Lawinenverschüttung.

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand dabei ist das Lawinenverschüttetensuchgerät, kurz LVS-Gerät oder auch Lawinen-Piepser genannt, gefolgt von Lawinensonde und Lawinenschaufel. Mit dem Lawinen-Piepser können Verschüttete am schnellsten lokalisiert werden. Das LVS-Gerät ist daher unverzichtbar beim Tourengehen. Nach der Lokalisierung erfolgt die punktgenaue Ortung mithilfe der Lawinensonde. Final kommt die Lawinenschaufel beim Ausgraben von Verschütteten zum Einsatz.

Ein vollständiges Erste-Hilfe-Set gehört ebenso zur Notfallausrüstung.

LVS-Gerät im Sende-Modus
© ARVA FRANCE
Lawinenausrüstung als Set

Ohne Wissen keine erfolgreiche Rettung

Genauso wichtig, wie die Lawinenausrüstung ist das Wissen darüber, wie sie funktioniert und korrekt bei der Verschüttetensuche angewendet wird. Das gilt auch für die Erste Hilfe. Im Ernstfall gilt es, keine Zeit zu verlieren. Die Bedienung des LVS-Gerätes und das Vorgehen bei der Suche von Lawinenverschütteten muss ohne großes Überlegen funktionieren. Über Leben und Tod entscheiden Sekunden. Die einzige Maßnahme ist regelmäßiges Üben und das Auffrischen von Wissen.

Gefahrenvermeidung

Der beste Schutz im offenen Gelände ist der, wenn es gar nicht zu einer Lawinenverschüttung kommt und die verfügbare Lawinen-Sicherheitsausrüstung im Skitourenrucksack bleiben kann. Zu einem guten Risikomanagement gehört das Einschätzen der Schnee- und Lawinensituation durch den aktuellen Lawinenlagebericht und Kenntnis über das Tourengebiet. Wissen dafür wird in speziellen Kursen und Schulungen vermittelt. Auch über Jahre gesammelte Erfahrungen tragen zu einer guten Einschätzung der vorherrschenden Bedingungen bei. Diese Fähigkeiten sind genauso Pflicht, wie das LVS-Gerät.

Lawinenkurs

Um im Ernstfall unter Stress eine schnelle und effektive Lawinenverschüttetensuche durchführen zu können, sind zwei Dinge wichtig. Erstens eine vollständige Lawinenausrüstung und zweitens zu wissen, wie man damit umgeht. Das erfordert regelmäßiges Training und zu Beginn Deiner Skitourenaktivität eine Teilnahme an einem Lawinenkurs. In so einem Kurs wird sämtliches Grundlagenwissen für den Ernstfall einer Lawinenverschüttung vermittelt.

Was ist ein LVS-Gerät?

Das LVS-Gerät wird während der Schneeschuh-/Skitour oder dem Freeriden direkt am Körper getragen. Dabei muss unbedingt der Sendemodus eingestellt sein. Dieser sendet permanent ein Signal aus. Im Falle einer Lawinenverschüttung ist das für Verschüttete die einzige (abgesehen von einem Airbag-System Möglichkeit, schnellstmöglich durch die anderen Tourenteilnehmer geortet und lebend geborgen werden zu können.

Ohne ein LVS-Gerät und zu Teilen einem Airbag-System sind die Überlebenschancen für das Lawinenopfer sehr gering. Und das schon bei einer hart gepressten, 30 cm dicken Schneeschicht.

Tragesystem für das LVS-Gerät
© ARVA FRANCE
Tragesystem für das LVS-Gerät

Wie funktioniert ein LVS-Gerät?

Wenn der Ernstfall eintritt und eine Verschüttetensuche nach einem Lawinenabgang durchgeführt werden muss, kommt es zu einer Stress-Situation bei den nicht verschütteten Tourenteilnehmer. Deswegen muss das LVS-Gerät intuitiv, auch mit Handschuhen, bedienbar sein. Alle Nicht-Verschütteten schalten dann ihre LVS-Geräte in den Empfangsmodus. Der Sender des Verschütteten und die Empfänger der Suchenden tauschen untereinander Funksignale aus. Damit werden die Suchenden entlang der Feldlinien zu dem/den Verschütteten geleitet.

Jedes LVS-Gerät auf dem Markt hat die gleiche Sendefrequenz. Die aktuellen, digitalen 3‑Antennengeräte zeigen dem Suchenden die Laufrichtung mit Pfeilen, die relative Entfernung und die Anzahl der Verschütteten auf dem Display an. Manche Lawinen-Piepser geben zusätzliche akustische oder haptische Hinweise. Die Suche nach Verschütteten hat sich im Vergleich zu den früheren, analogen LVS-Geräten um ein Vielfaches vereinfacht. Sie ist schneller und intuitiver. Mit der Markierfunktion wird bei Mehrfachverschüttungen viel Zeit gespart. Ist ein Verschütteter lokalisiert und mit der Lawinensonde geortet, wird diese Person markiert und für die weitere Suche entfernt.

LVS-Gerät im Sende-Modus
 
LVS-Gerät im Empfangs-Modus
© ARVA FRANCE
LVS-Gerät im Sende-Modus LVS-Gerät im Empfangs-Modus

Features LVS-Gerät:

  • Aktueller Standard: drei Antennen (horizontal links, rechts und vertikal)
  • Mehrfach-Verschütteten-Modus (Markierfunktion)
  • Automatische Sendeumschaltung (zweite Lawine)

Tipps zum Umgang mit einem LVS-Gerät:

  • Funktionsfähigkeit vor der Saison überprüfen
  • Batterien raus, wenn nicht benutzt
  • Updates, Firmware aktualisieren
  • immer am Körper tragen
  • andere technische Geräte (Smartphone etc.) ausschalten oder mindestens 40cm entfernt vom LVS-Gerät tragen.

Lawinensonde und Lawinenschaufel

Wurde die Position von Verschütteten mit dem LVS-Gerät bestimmt, kommt die Lawinensonde zum Einsatz. Mit ihr erfolgt die exakte Ortung der Verschüttungsstelle. Lawinensonden sind zusammenklappbar und sehr stabil. Harter Schnee oder Eis sind für die harte Spitze kein Problem. Ist die Verschüttetenstelle gefunden, wird das Lawinenopfer schnellstmöglich mit der Lawinenschaufel ausgegraben.

Was ist eine Lawinensonde?

Eine Lawinensonde kannst Du ähnlich wie eine Zeltstange zusammenklappen und sie besteht aus mehreren, vormontierten Teilsegmenten. Meist aus Leichtmetall, Carbon oder beidem. Die Packlänge beträgt meist etwa 45 Zentimeter. Die einzelnen Segmente sind durch eine Spannkordel aus Polyamid, Kevlar oder Metall miteinander verbunden und werden mit einem Schnellspannsystem arretiert. Damit ist die Lawinensonde schnell einsatzbereit.

Die Standartlänge liegt bei ca. 230 bis 240 cm. Empfohlene Längen: Standard-Tourengeher 240 bis 280 Zentimeter; Profi-Bergretter und Bergführer 300 bis 320 Zentimeter. Die Lawinensonde gehört, wie das LVS-Gerät und die Lawinenschaufel, zur Standard-Lawinenausrüstung. Im Ernstfall muss die genaue Position von Verschütteten, nach der Lokalisierung mit dem LVS-Gerät, so schnell und genau wie möglich mit der Lawinensonde bestimmt werden.

Lawinensonde
© ARVA FRANCE
Lawinensonde

Features Lawinensonde:

  • geringes Gewicht
  • schnelles und sicheres Aufbauen (meist sogenannte "Wurfsonde")
  • mit Handschuhen bedienbar
  • Anti-Rutsch Greifflächen
  • muss in den Skitourenrucksack passen
  • zuverlässige Steifigkeit für stabile, vertikale Sondierungsrichtung
  • einfach ablesbare Tiefenmarkierung mit einer deutlich hervorgehobenen 1-Meter-Markierung
  • Spitze ist idealerweise etwas abgerundete und tropfenförmig. Durchmesser ist größer als das erste Segment am Übergang.

Was ist eine Lawinenschaufel?

Eine Lawinenschaufel dient in erster Linie zum Ausgraben von Verschütteten nach einem Lawinenabgang. Das muss so schnell wie möglich erfolgen. Ski oder Snowboard sind dafür ungeeignet. Aktuelle Lawinenschaufeln bestehen aus Schaufelblatt und Schaufelstiel. Sie sind aus leichtem aber stabilem, bruchsicherem Material und können werkzeugfrei zerlegt werden. Zur Anpassung an die Körpergröße sollte die Lawinenschaufel einen verstellbaren Teleskopstiel haben. Aluminium ist gegenüber Kunststoff die bessere Materialwahl, denn Kunststoff kann durch Kälte erheblich an Stabilität verlieren und im Laufe der Jahre ermüden.

Das durchschnittliche Gewicht von Lawinenschaufeln aus Alu beträgt ungefähr 600 bis 700 Gramm. Breitere oder umfangreicher ausgestattete Modelle auch nur 800 bis 900 Gramm. Sinnvollen Zusatzfunktionen einer Lawinenschaufel sind der abgewinkelte Modus zum Hacken und Räumen oder der Umbau zum Eispickel. Am verbreitetsten sind die Griff-Formen T- und D-Griff. Vorteile sind die einfache Handhabung und die Möglichkeit zum Umgreifen. Gängige Lawinenschaufelblätter messen zwischen 22 x 28 bis 25 x 30 Zentimeter. Damit passen sie in die meisten Schaufelfächer handelsüblicher Skitourenrucksäcke.

Lawinenschaufel
© ARVA FRANCE
Lawinenschaufel

Features Lawinenschaufel:

  • extrem stabil und zusammenklappbar oder zerlegbar
  • ovaler, dreieckiger oder rechteckiger Teleskop-Stiel für eine stabile Handhabung
  • bedienbar mit Handschuhen

Was ist ein Lawinenrucksack?

Der Lawinenrucksack ist der einzige Ausrüstungsgegenstand für eine nicht garantierte Selbstrettung bei einer Lawinenverschüttung. Das Airbagsystem unterscheidet den Lawinenrucksack, auch Airbag-Rucksack genannt, von einem klassischen Skitourenrucksack oder Freeriderucksack. Optisch gibt es keine Unterschiede. Das komplette Airbag-System bringt ungefähr zwei Kilogramm auf die Waage. Für eine schnelle Erreichbarkeit der Notfallausrüstung sollte der Airbag-Rucksack auch ein separates Fach für die Notfallausrüstung haben.

Trifft tatsächlich der Fall ein und Du wirst von einer Lawine erfasst, ziehst Du die Reißleine. In Sekundenschnelle werden die ein oder zwei im Rucksack integrierten Kunststoffballons mit einem Stickstoff-/Luftgemisch gefüllt. Elektrisch oder durch eine Gaskartusche ausgelöst. Das Airbag-System nutzt zwei physikalische Phänomene fließender Lawinen, um das Lawinenopfer möglichst an der Lawinenoberfläche zu halten.

1. Durch die Luftpolster der Airbags wird die Dichte des Verschütteten, die höher als die Schneedichte ist, etwa auf die des Schnees reduziert.
2. Der Lawinen-Airbag vergrößert die Fläche des Verschütteten um bis zu 170 Liter.

Je größer die Elemente und je geringer deren Dichte, desto weiter werden sie durch die Schwerkraft in einer Lawine nach oben gespült. Das verringert die Verschüttungstiefe und erhöht die Überlebenschancen um ein Vielfaches.

Wie funktioniert ein Lawinenrucksack?

Die etwas neueren elektronischen Airbag-Systeme funktionieren genauso zuverlässig, wie die etablierten Kartuschensysteme. Elekronische Airbagsysteme funktionieren entweder über ein akkubetriebenes Gebläsesystem oder Superkondensatoren. Kartuschensysteme werden dagegen über einen Sprengsatz oder ein Drahtzugsystem aktiviert. Vorteile von elekronischen Airbag-Systemen sind, dass sie im Flieger mitgenommen und immer wieder ausgelöst werden können.

Für wen ist eine Lawinenrucksack sinnvoll?

Wenn Du viel Zeit mit Skitouren oder Freeriden in den Bergen verbringst, ist die Anschaffung von einem Lawinenrucksack sinnvoll. Dagegen ist die Anschaffung für Skitouren ausschließlich auf der Piste nicht notwendig. Weitere Faktoren sollten in die Entscheidung mit einfließen, ob sich die Investition in einen Lawinenrucksack lohnt. Dazu zählen zum Beispiel, das Geländerisiko, die aktuelle Lawinengefahr oder die eigene Erfahrung und Fähigkeit zur Lageeinschätzung.

¹ Eurac-Institut für Alpine Notfallmedizin in Bozen

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